Delikt – Wahre Verbrechen aus Österreichs Süden

"Das Böse lauert in jedem Menschen"

Episode Summary

Für die erste Folge der dritten Staffel unseres Kriminalpodcasts delikt war Reinhard Haller zu Gast. Der Kriminalpsychiater und gerichtliche Gutachter spricht darüber, wie Kränkungen und Rachegelüste Jack Unterweger, Franz Fuchs und Co. zu Mördern werden ließen, wie die selben Emotionen auch uns im Alltag begleiten und warum wir in der Regel trotzdem nicht zu Verbrechern werden.

Episode Notes

Die "Tat eines gekränkten Genies", nennt Reinhard Haller die Briefbombenserie, mit der Franz Fuchs eines der schlimmsten Verbrechen der zweiten Republik beging. Der Kriminalpsychiater begutachtete vor Gericht zahlreiche große Fälle der jüngeren Kriminalgeschichte – darunter eben auch Fuchs. 

In der neuen Folge unseres Kriminalpodcasts delikt, spricht Haller (mit delikt-Moderator David Knes und Kulturredakteur Bernd Melichar) über die Phänomene, die Menschen zu solchen Tätern werden lassen. Als Psychiater versuchte Haller die "Seele des Verbrechers", die "Persönlichkeit des Straftäters" zu studieren und verstehen. Ein Fehler, wie er inzwischen weiß: "Wichtiger ist, zu fragen: unter welchen Bedingungen kann das Böse, das in jedem Menschen lauert, durchbrechen?

Neben Affekten und heftigen Rauschzuständen macht Haller Kränkungen als die Ursache zahlreicher Verbrechen aus, was er auch am Beispiel von Jack Unterweger (den er 1994 begutachtete) erörtert. Ihm attestiert er narzisstische Gekränktheit und Wut, die Unterweger schließlich an Prostituierten ausgelassen hat.